Ausbildungen stabilisieren
Fünf Fragen an Klaudija Kos-Schwarzwälder
1. Klaudija, du arbeitest seit 2017 bei uns im Projekt "Erfolgreich ausgebildet - Ausbildungsqualität sichern". Worum geht es bei deiner Arbeit?
Bei dem Projekt „Erfolgreich ausgebildet – Ausbildungsqualität sichern“ geht es um Probleme in der Berufschule oder im Ausbildungbetrieb. Es geht um Konfliktlösungen und um die Bearbeitung persönlicher Probleme – alles mit dem Ziel, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.
2. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus?
Im Vordergrund stehen natürlich die Termine und Beratungsgespräche mit den Auszubildenden, die oft vor Ort in den Schulen stattfinden. Im Büro gibt es dann verschiedene andere Tätigkeiten wie die Pflege der Datenbank, Verwaltungstätigkeiten, Telefongespräche und Recherchen, die zu einer Konfliktlösung erforderlich sind. Bei akuten Problemen muss ich oft auch spontan zu Terminen in die Berufsschulen - in solchen Fällen muss ich sehr flexibel sein. Meistens bin ich im Laufe eines Arbeitstags an mehreren Berufsschulen im Stadtgebiet unterwegs.
3. Mit welchen Themen kommen Auszubildende zu dir? Haben sich die Themen in den vergangenen Jahren verändert?
Die Auszubildenden kommen mit unterschiedlichen Themen zu mir. Meist geht es um Konflikte im Betrieb oder in der Berufsschule, manche brauchen auch Nachhilfe. Oft sind es aber auch persönliche oder familiäre Probleme, die die jungen Menschne daran hindern, ihre Ausbildung mit einem freien Kopf zu durchlaufen. Verändert hat sich meine Arbeit in den letzten Jahren dahin, dass die Probleme in den Betrieben weniger geworden sind. Auffällig ist, dass jetzt viel mehr Auszubildende gesundheitliche Probleme haben.
4. In vielen Fällen kannst du unterstützen, damit sich Ausbildungsverhältnisse wieder stabilisieren. Wie machst du das?
Die Unterstützung erfolgt immer individuell. Durch Beratung, Coaching und gezielte Problemlösung werden die Auszubildenden so weit gestärkt, dass sie ihr Problem dann auch weitegehend selbst in die Hand nehmen und lösen können. Ich kann außerdem auf ein großes Netzwerk an Hilfsangeboten zurückgreifen, zum Beispiel die Schulsozialarbeit, die Beratungslehrkräfte und andere Unterstützungsangebote in Karlsruhe.
5. Was können Betriebe tun, damit Auszubildende sich bei ihnen wohl fühlen?
Ich finde es sehr wichtig, dass Betriebe eine Willkommenskultur haben, wenn Auszubildende bei ihnen beginnen. Wichtig ist auch, eine Person als Ausbilder*in zu benennen, die während der ganzen Ausbildungszeit ihre Verantwortung wahrnimmt und ein offenes Ohr für die Anliegen der Auszubildenden hat. So können Betriebe dazu beitragen, dass die Ausbildungszeit positiv verläuft und erfolgreich abgeschlossen wird.

